SSES-Regionalbeilage Nordostschweiz  Nr. 4, August 2011 - Seite 2 -

Tag der offenen Tür bei der grössten Solarstromanlage der Ostschweiz


Karl Isler-Suter,
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Am Samstag, 28. Mai 2011 wurde anlässlich eines Tags der offenen Tür die momentan grösste Solarstromanlage der Ostschweiz
auf dem Dach der Silga-Halle in Wängi eingeweiht.

Solarstromanlage Wängi
Verpflegung vor dem Tagungsbeginn um 13 Uhr vor der Silga-Halle bei Wängi TG

 

Begrüssung durch Gemeindeamann Storchenegger, Wängi
   Er gratuliert zur Fertigstellung der momentan grössten Photovoltaikanlage der Ostschweiz. Im Jahre 2008 erfolgte die Anmeldung bei der Gemeinde und für die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV). Auf Anfang 2010 wurde die Anlage planmässig in Betrieb genommen.

Technische Daten von Hr. Marco Rall, Windgate AG
   Seine Firma hat sich auf den Bau von grossen PV-Anlagen auf gemieteten Dachflächen spezialisiert. Sie betreibt den Immo-Energie-Kompetenzzentrum-Park an der Johnstrasse in St. Gallen. Ein Besuch ist auf Voranmeldung während der Geschäftszeiten jederzeit möglich.
   Hier in Wängi wurde ein Dachnutzungsvertrag über 4000 m2 abgeschlossen. Mit 32'000 Nieten wurden 8'000 Schienen für die Montage der Module auf dem Dach befestigt.
   Die Anlage musste bis Ende 2010 fertiggestellt sein. Andernfalls wäre der 18 Prozent tiefere Vergütungsansatz zur Anwendung gekommen, was die ordentliche Finanzierung in Frage gestellt hätte. Um den Termin einhalten zu können, wurde in den Monaten November und Dezember auch bei Schneefall und eisiger Kälte mit Hochdruck montiert.

   Die momentan grösste Solarstromanlage der Ostschweiz produziert jährlich 430'000 kWh Strom, was dem Verbrauch von 200 Haushalten entspricht.

Herr und Frau Frei, Eigentümer der Solarstromanlage
   Sie haben die neue Halle gekauft und überlegten sich, was man mit dem Dach machen könnte. Sie boten die Nutzung des Dachs im Internet an. Erste Berechnungen lieferte die Firma Bach, für die das Projekt aber zu gross war. Die Realisierung der momentan grössten Solarstromanlage der Ostschweiz übernahm schliesslich die Firma Windgate AG.

Herr Felix, Investor
   Als Inhaber einer Haustechnik-Firma mit 70 Fahrzeugen interessierte er sich für die Möglichkeit seinen Betrieb CO2-frei zu halten und stellte sich als Investor zur Verfügung.

Hr. Lukas Jarc, Energiefachstelle Thurgau
   Er orientierte über die verschiedenen Fördermöglichkeiten. Er zeigte die 6 Schritte zum Fördergeld. Letztes Jahr konnten mit 24 Mio. Fr. über 2500 Gesuche berücksichtig werden.

   Bezogen auf die neue Anlage erläuterte er, dass die kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) eine Verzinsung von 4% ermöglicht.

Hr. Hansjörg Walter, Nationalrat
   Er erklärt, dass Wängi auch der Sitz eines für die Photovoltaik bedeutenden Maschinen-Rings ist. Dieser kauft in grossem Stil Solarzellen ein, konfektioniert diese und montiert die Module mit Hilfe der beteiligten Bauern.
   Bisher wurden 3,6 ha (entsprechend 3,6 Fussballfeldern oder 4,5 GW), Beznau 2 liefert 3000 GWh pro Jahr).

   Als Nationalrat erläutert er die in Bundes-Bern gehandelten Szenarien:

-        Szenario 1: Förderung alternativer Energien + Windenergie + Erdwärme. Gleichzeitig würden 7 veraltete Siedewasserreaktoren abgeschaltet und Inbetriebnahme eines neuen „sicheren“ AKWs.

-        Szenario 2: Kein AKW-Ersatz. Umstieg auf andere Energien u.a. Gaskraftwerke, was aber CO2-fördernd wäre. Zudem müsste weiterhin ausländischer Atomstrom zugekauft werden.

-        Szenario 3: Drei alte AKWs sofort abschalten, die restlichen innert 12 Jahren. Der Ersatz des Stroms wäre aber nicht gewährleistet.

Solar-Vortrag Max Meyer
   Unter dem Titel „Die Sonne bringt es ans Licht, an den Tag“ spannte der Referent den Bogen vom Beginn der Menschheit bis heute mit Fokus auf deren Energie-Verbrauch und die Ausbeutung der endlichen Ressourcen Kohle, Erdöl und Uran im industriellen Zeitalter.
   Nach einer Bestandesaufnahme wo wir heute stehen, wandte er sich den Zukunftsaussichten in der Energiebeschaffung zu und zeigte, dass unsere Enkel Solarenergie, thermisch und photovoltaisch als meist genutzte Energien erleben werden. Interessant auch der Hinweis, dass bereits im Jahre 2009 über 62% der in der EU neu installierten Kraftwerksleistungen auf erneuerbare Energien entfielen.


   Um 14:30 Uhr war Ende des offiziellen Teils. Die kleine Festwirtschaft bediente die 30 Besucher mit Wurst und Getränk und ermöglichte noch regen Gedankenaustausch an diesem herrlichen Sommernachmittag.

Max Meyer, Veranstaltungsleiter (rechts) Marco Rall, Windgate AG (Mitte)