SSES-Regionalbeilage
Nordostschweiz Nr. 6, Dezember 2009 -
Seite 2 -
Die Schweiz ist
erneuerbar
Mit erneuerbaren Energien
könnten mühelos alle Schweizer Atomkraftwerke ersetzt werden.
SP- Nationalrat Rudolf Rechsteiner hat eine Studie verfasst, die das deutlich
macht.
aus "Sonnenklar!" Nr. 2, Mai 2009
| Das Potenzial der erneuerbaren
Energien in der schweiz ist riesig. Allein zur Stromerzeugung könnten
über 90'000 Gigawattstunden (GWh) bereitgestellt werden - ohne
nennenswerte Beanspruchung der Umwelt. Das entspricht dem Drei- bis
Vierfachen des jährlich erzeugten Atomstroms. Den Löwenanteil würden
neben der bewährten Wasserkraft die Photovoltaik, die Windenergie und
die Biomasse liefern. Durch den Ersatz von Strom fressenden
Widerstandsheizungen wären Effizienzgewinne möglich, und falls weiterer
Energiebedarf besteht, könnte sauberer Strom aus Europa importiert
werden. Die Umstellung auf 100 Prozent erneuerbare Energien sähe in den drei wichtigsten Bereichen wie folgt aus: - Im Immobiliensektor ist die Effizienzrevolution dank der neuen Musterverordnung der Kantone beschlossene Sache. Minergiestandards setzen sich durch. Wärme und Strom für Gebäude stammen aus der Gebäudehülle (Solarthermie, Photovoltaik), aus dem Boden (Biomasse, untiefe Geothermie) und aus der Luft (Wärmepumpen). Die Neubauten werden zu Selbstversorgern und zu Stromlieferanten - dank Solaranlagen auf dem Dach. Die sanierten Altbauten beziehen die benötigte Fremdenergie aus Sonne, Biomasse und sauberem Strom. - Die Nutzung des öffentlichen Verkehrs steigt weiter. Im Privatverkehr werden die Fahrzeuge leichter und effizienter und sie werden zunehmend elektrisch betrieben. Die Luft wird sauberer und die Kosten sinken. Für die Umstellung auf Elektroautos braucht es umgerechnet etwa 1'200 Offshorewindturbinen neuester Bauart (je 6 Megawatt) oder eine verstärkte Nutzung der inländischen Dachflächen. - Der Stromsektor wird breit diversifiziert und schrittweise auf erneuerbare Energien umgestellt. Neue Atomkraftwerke und Gaskraftwerke braucht es keine. Mit einer Ausweitung der Einspeisevergütungen wird viel mehr Strom aus Biomasse, Windenergie (In- und Ausland), Photovoltaik, Geothermie und Wärmekraftkopplung gewonnen als bisher. Eine Best-Technik-Richtlinie sorgt für effiziente Geräte und setzt den Ersatz von Elektrowiderstandsheizungen durch Pelletöfen und Wärmepumpen durch. Wo noch mit Erdgas geheizt wird, kann mit Wärmekraftkopplung gleichzeitig Stom erzeugt werden. Dieser zusätzliche Strom wird in Wärmepumpen verwendet, die Ölheizungen ersetzen. Der CO2-Ausstoss wird reduziert. Seit der Einführung der Einspeisevergütungen für erneuerbare Energien zeigt sich, dass das Interesse der Bevölkerung an erneuerbaren Energien riesig ist. Allein mit den bisherigen Anmeldungen lässt sich mehr als ein AKW ersetzen. Die Fristen bis zur Inbetriebnahme dieser Anlagen werden vom Bundesamt für Energie auf drei bis vier Jahre veranschlagt. Kraftwerke mit erneuerbaren Energien sind demnach viermal schneller gebaut als Atomkraftwerke. |
Allein der politische
Wille fehlt Entscheidend für den Durchbruch der erneuerbaren Energien ist also nicht die Technik, sondern der politische Wille: Die Deblockierung der Einspeisevergütungen, die Sanierung alter Häuser und Anlagen sowie die Modernisierung der Wasserkraft sind entscheidend. Die Atompläne der grossen Stromkonzerne sind hingegen keine realistischen Optionen. Wird weiterhin auf die Atomenergie gesetzt, würde ein unmenschliches Klumpenrisiko noch grösser. Im internationalen Atommarkt gibt es nämlich keine schweizerischen Hersteller mehr, das Personal ist knapp und müsste aus dem Ausland rekrutiert werden. Die Schweiz bliebe in Abhängigkeit von ausländischen Lieferungen punkto Technik (Atomreaktoren), Rohstoffe (Uran usw.) und Know-how (etwa für Betrieb, Brennstäbe, Entsorgung). Die Risiken der Atomenergie sind nach wie vor unberechenbar und unversicherbar, die Folgekosten für spätere Generationen unabsehbar. ![]() |
Studie "Schweiz erneuerbar!" Die Studie "Schweiz erneuerbar! Unterwegs zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien" zeigt in drei Szenarien auf, wie die saubere Energieversorgung der Schweiz möglich ist. Die drei Szenarien: Bodenständig (mit vorwiegend inländischer Stromproduktion), Europäisch (mit europäischen Wind- und Solarfarmen in Schweizer Hand und Innovativ (mit Schwergewicht Photovoltaik und Geothermie. Die Studie kann unter http://www.sp-ps.ch/index^php?id=492 bezogen werden. |
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