SSES-Regionalbeilage Nordostschweiz  Nr. 5, Oktober 2006 - Seite 2 - 
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"Auch die Wirtschaftlichkeit stimmt"

 
 Lorenz Heinzer in "Strom" 2/2006, Servicemagazin des EKS

Unterstützt von der EKS AG, haben Martin und Hildegard Ruch auf dem Dach ihres Einfamilienhauses eine Photovoltaikanlage installieren lassen. Das Kraftwerk produziert pro Jahr beachtliche 9'000 Kilowattstunden.

Martin Ruch hat sich schon immer für innovative Formen von Energieerzeugung interessiert. Bereits 1979, als die neue Technik noch weitgehend unbekannt war, schafft er sich eine Wärmepumpe zur Warmwassergewinnung an. Derzeit lässt er sich gerade eine geothermische Heizung mit einer 200 Meter in die Tiefe reichenden Erdwärmesonde installieren. Der grosse Stolz des 65-jährigen Pensionärs aber ist die Photovoltaikanlage auf dem Dach seines Einfamilienhauses im Schaffhauser Stadtteil Herblingen. Die 52 High-Tech-Module produziern pro Jahr zwischen 8000 und 9000 Kilowattstunden Strom. Übers Jahr gerechnet (im Sommerhalbjahr wird 2/3 des Stroms produziert, im Winterhalbjahr 1/3, nachts gar keiner) deckt das umweltfreundliche kleine Kraftwerk mit Hilfe der Sonne den Verbrauchvon 2 1/2 vierköpfigen Durchschnitts-
Haushalten.

Investition in den Umweltschutz
Der weltweite CO
2-Ausstoss wird durch das Engagement der Ruchs jährlich um rund 3,4 Tonnen reduziert. "Man sollte nicht nur von andern Taten fordern, sondern auch selber etwas machen", erklärt Ruch. Seine Frau Hildegard pflichtet dem bei: "Statt unser Geld für andere Dinge auszugeben, investieren wir lieber in den Umweltschutz." Als Idealisten würden sich die beiden aber nicht bezeichnen. "Die Wirtschaftlichkeit muss natürlich auch stimmen", sagt Martin Ruch.

Intensive Vorrecherchen
Das Ehepaar verwendet den selbst produzierten Strom nicht für den Eigenverbrauch, sondern kann ihn zu einem guten Preis an die städtischen Werke Schaffhausen und Neuhausen am Rheinfall verkaufen. Von den rund 85'000 Franken, die die Anlage kostete, wurden 20'000 Franken von der EKS AG, in deren Versorgungsgebiet Herblingen liegt, übernommen. Die Stadt Schaffhausen steuerte einen
ähnlich hohen Betrag bei. "Ich finde es gut, dass die EKS
AG solche Projekte mit Förderbeitträgen unterstützt",
  meint Ruch und lobt gleichzeitig die gute Zusammenarbeit mit den beiden Energieversorgungsunternehmen. Bevor die Photovoltaikanlage letzten Juli endlich fertig installiert war, hatte er sich, unterstützt von einem befreundeten Kraftwerksingenieur, monatelang mit dem Thema beschäftigt. Sogar an die internationale Solarmesse Intersolar 2005 in Freiburg im Breisgau war der ehemalige Kanzleichef der kantonalen Steuerverwaltung und spätere Mitarbeiter im Rechnungswesen und Controlling der SBB gereist. Es sei sehr zeitintensiv gewesen, blickt Ruch zurück, der grosse Aufwand habe sich aber gelohnt. Einerseits, weil ihm die Auseinandersetzung mit neuen Technologien Spass macht, andererseits, weil er nun einen "Rolls-Royce" auf dem Dach hat, wie der begeisterte Kraftwerkbesitzer selber sagt. Nur das Beste war ihm gut genug: Planung und Installation legte er in die Hände der mit dem "Europäischen Solarpreis für Unternehmen" ausgezeichneten Firma Holinger Solar AG (www.holinger-solar.ch) aus dem basellandschaftlichen Bubendorf, die Photovoltaikmodule selbst stammen von der renommierten Firma BP Solar.
Beinahe ein Jahr ist die Anlage nun in Betrieb. Wie sind die ersten Erfahrungen? Alles funktioniere einwandfrei, sagt Martin Ruch, auch von Bekannten und Nachbarn habe es nur positive Reaktionen gegeben. Lediglich die Sonne spielt nicht immer mit. "Aber ich kann mich trotzdem noch an Regenwetter freuen."
Zufriedene Gesichter auch bei der EKS AG. "Wir begrüssen es, wenn innovative Menschen selbst Geld in die Hand nehmen, um etwas für die Umwelt zu tun", erklärt Richard Müller, Leiter Marketing und Produkte. Die EKS AG hat zur Förderung solcher Projekte schon vor zehn Jahren einen Energiesparfonds eingerichtet. Seitdem wurden allein im Bereich Photovoltaik 846'000 Franken gesprochen, was neben derjenigen des Ehepaars Ruch noch den Bau von 59 weiteren Anlagen ermöglichte.


Energie aus dem Wohnquartier: die PV-Anlage der Familie Ruch mit 52 High-Tech-Modulen.