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Entwicklungen
und innovationen in der Logistik vor dem Hintergrund globaler
Wertschöpfungsprozesse
Prof. Stölzle wies im ersten Teil seines Referates auf die rasante
Entwicklung im Bereich der Logistik von 1970 bis 2000 hin.
Probleme in der Industrieproduktion ergaben sich durch:
- Variantenvielfalt
- kurze Produktionszyklen
- starke Nachfrageschwankungen
- Umstellung von "Make-to-stock" zu "Make-to-order"
- Kostendruck durch Produktionsverlagerungen usw.
Dadurch erhöhten sich die Anforderungen an die Logistik:
- Kurze Lieferzeiten
- Senkung der Logistikkosten
- "Just-in-time"-Zulieferung (keine Bestände mehr)
- Übernahme von Zusatzaufgaben, z.B. Abruf kurz vor dem Verbau von
Teilen
- Bestellwesen, Auslieferung, Verzollung, Verrechnung.
Im zweiten Teil befasste sich Prof. Stölzle mit der Kontrakt-Logistik.
Als Beispiel nannte er das "Outsourcing", von dem sich die
Anwender allerlei versprechen:
- Kostenvorteile durch niedrigere Löhne
- Konzentration auf das Kerngeschäft
- Leistungsverbesserung
- Risikoverlagerung
- Auslieferung und Feinverteilung durch Spezialisten
Die logistische Einzelleistung (Transport von A nach B) wird durch immer
komplexere Kontraktleistungen abgelöst. Statt Standard-AGB's braucht es
komplexe individuelle Verträge, die auch nicht so schnell schadlos
rückgängig gemacht werden können.
Interessant sind folgende Beispiele:
- Für Henkel musste das Logistik-Unternehmen komplette Lagerhäuser
bauen und betreiben.
- Die Bremer Lagerhaus-Gesellschaft ist diesbezüglich völlig abhängig
von ihrem einzigen wichtigen Kunden Tchibol
- Bosch SIG-Pack hat 200'000 Artikel im Sortiment, jährlich kommen
2'500 dazu. Die Logistik-Firma wird zum Ansprechpartner weltweit, was
zur Abwicklung der Ersatzteil-Lieferungen eine Offenlegung von
Kundendaten durch die Produktionsfirma erfordert. Vorteile die sich
ergeben sind Einsparpotentiale von 20%, Erhöhung der
Lagerverfügbarkeit und Reduktion der Lieferzeit.
- Hendricks liefert und montiert in den Porsche-Werken in Zuffenhausen
800 Räder am Tag. Die Einsparung ergibt sich aus dem niedrigeren
Lohnniveau bei Hendricks gegenüber dem der Autobauer.
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Kontraktlogistik
als praktisches Beispiel für innovative Logistik-Dienstleistungen
Rainer Stamm greift die Kontrakt-Logistik als Beispiel für
innovative Logistik-Dienstleistungen in seiner Firma auf. Diese hat 2004
70 Millionen Fr. investiert in Container-Einrichtungen, eigene
Lagerhäuser, Fahrzeugflotten usw.
R. Stamm spricht von integraler Logistik, die sich um Waren-,
Informations- und Geldfluss kömmert. Beispiele:
- +GF+ Rohrleitungssysteme hat ein Sortiment von 40'000 Produkten, deren
Vertrieg über eigene Gesellschaften erfolgt. Die Kunden werden aber
alle vom selben Logistik-Dienstleister bedient, der eine
standardisierte, am Internet nachvollziehbare Logistik (Easylog) samt
Akkreditiv und Gefahrengutabwicklung, sowie die Lagerlogistik
übernimmt, also praktisch die Vertriebsgesellschaft darstellt.
- +GF+ Wavin AG lässt mittels integraler Logistik (SAP und TM3 mit
Easylog) 120'000 Sendungen für den Export und 36'000 Inlandsendungen
verpacken, versenden und verrechnen.
Ähnliche Logistik-Dienstleistungen bietet die Rhenus-Alpina
beispielsweise Kunden wie Cilag, ABB, Unilever, Leica, Adidas.
Die Logistik-Einrichtungen gehören der Rhenus, deren erklärtes Ziel es
ist, beim Auffinden von Puzzle-Stücken stets zuzugreifen.
Diskussion: - Wie steht es mit dem Kostendruck durch höhere
Transportkosten? Antwort: In erster Linie ist das Sache der
Transporteure, die die Kosten mehr oder weniger weitergeben. Auch andere
Probleme, wie Autobahnstau usw. (Risioko-Management) erlauben keine
allzu enge Kalkulation.
- Wie ist der Umgang mit Versicherungen und diesbezüglichem Betrug?
Antwort: Das Problem wurde verschlafen und muss noch aufgearbeitet
werden. Als Beispiel wird die Stossdämpfermontage durch
Logistik-Dienstleister genannt.
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Dr. W. Stölzle |
Rainer
Stamm |
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