SSES-Regionalbeilage
Nordostschweiz Nr. 4, August 2002 -
Seite 2 -
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Strom auf der Alp Wiesliboden
Karl Isler,
Hinterdorf 34, 8239 Dörflingen k.isler@ikd.ch
Tel.+Fax: 052 654 10 44 Mobile: 078
718 66 77
Kürzlich wurde die von der Ortsgemeinde Sevelen in Auftrag gegebene Elektrifizierung fertiggestellt.
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Als Beifahrer von Norbert Gnädinger, Inhaber der
Solarfirma Regort in Gams, hatte ich Gelegenheit die noch zu vermessenden
Neuanlagen auf dem Buchser- und dem Sevelerberg zu besichtigen. Die Solarstromanlagen Die
beiden identischen Inselanlagen bestehen aus einem 50-Watt-Panel, einer
Solarbatterie, einem Laderegler und einem 400 Watt-Sinuswechselrichter 230
Volt. Dazu wurden montiert: 2 wasserdichte Stalllampen (je 18 Watt) und 3
Zimmerlampen mit PLC E27 13 Watt, 4 Schalter mit Steckdosen (inkl. 1
spritzwassergeschützt im Stall) und 1 Schalter ohne. Die Umrüstungskosten von
Gas- auf elektrische Beleuchtung in Haus und Stall samt Steckdosen für die
Bohrmaschine und das Ladegerät für das Handy beliefen sich auf ca. 4'000 Fr.
pro Anlage. Umstellung von Gas- auf Strombeleuchtung Nach
den ersten Betriebserfahrungen befragt, rühmte Senn Erwin Landolt, aus
Schänis SG, den einmaligen Komfort der Elektrobeleuchtung. Vorbei seien die
Zeiten der kaputen Strümpfe in den Gaslampen. Alle Räume, vor allem auch die
beiden Ställe, sind jetzt mit Licht und Strom ausgerüstet, was die Arbeit auf
der Alp wesentlich erleichtert. Die Sennen bei der
Arbeit Nebst
der Begeisterung für die Solaranlage weiss der 64-jährige Senn mit 11 Saisons
auf dem Sevelerberg auch von harter Arbeit und kargem Brot zu berichten.
Zusammen mit seinem Zusenn, einem 70-jährigen Slowaken, ist er von Mitte Mai
bis Ende September für einen Tageslohn von 63 Fr. im Einsatz. Zuerst werden die Viehzäune
geflickt, bevor dann Ende Mai das Vieh per Lastwagen oder Traktor und |
Wagen angefahren wird; die Zeiten mit dem
traditionellen Alpaufzug sind längst vorbei. Auf dem
Wiesliboden werden 46 Stück Galtvieh gealpt. Um 6 Uhr stehen Erwin Landolt
und sein Gehilfe auf. Vor dem Morgenessen um 8 Uhr wird mit der Sägesse
Unkraut gemäht und Disteln ausgerissen. Von 9 – 10 Uhr wird das Vieh auf der
unteren Alp eingebunden, d.h. in die Ställe getrieben, damit es nicht zuviel
frisst und weniger den Brämen ausgesetzt ist. Um 11 Uhr ist das Mittagessen
zuzubereiten. Meistens gibt es Teigwaren oder Kartoffeln. Einmal pro Woche
fährt Erwin mit einem uralt Subaru Justy talwärts zum Einkauf in Buchs oder
Mels. Ab 15h30 wird das Vieh wieder
hinausgelassen und bleibt über Nacht im Freien. Anschliessend werden die
Ställe gereinigt. Unkraut ausreissen ist wieder angesagt, bei schlechtem
Wetter wird auch mal das Nachtessen vorgezogen. Bleibt noch Zeit für einen
kurzen abendlichen Schwatz bis die beiden Sennen wieder unter ihre Decken
kriechen. Erwin hat sein Zimmer dem älteren Zusenn überlassen und nimmt mit
dem luftigen Dachboden vorlieb. Im Winterpulli, die Hände in den Hosentaschen
meint er, die Sömmer seien auch nicht mehr, was sie einmal waren. Mit
einem herzlichen Dank für die Gastfreundschaft und den gewährten Einblick in
das harte Älplerleben verabschieden wir uns beim Eindunkeln gegen 10 Uhr vom
Wiesliboden. Auftraggeber: Ortsgemeinde
Sevelen
Lieferung
und Montage: Tel.: 00423 770 48 48 Fax: 0041 81 771 31 56 e-mail: regort@freesurf.ch Internet: www.regort.ch
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