SSES-Regionalbeilage Nordostschweiz  Nr. 6, November 2001 - Seite 3/4 - 
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Brennstoff Holz: Die grüne Wärme
Karl Isler, Redaktor SSES Nordostschweiz, Hinterdorf 34, 8239 Dörflingen
Mobile:  078  718 66 77   Tel.+Fax:  052  654 10 44    k.isler@ikd.ch

Bericht von der Informationsveranstaltung über die Pelletsheizung von Freitag, 14. September 2001  in Unterstammheim.
Auf dem Gelände der Sägerei Konrad Keller AG wurde nebst einer Ausstellung und diversen Info-Vorträgen
die Fabrikation der Pellets in der firmeneigenen Pelletieranlage gezeigt.

Einladung

Per Inserat in den Tageszeitungen luden die Firmen Gebrüder Tobler AG, Haustechniksysteme, 8902 Urdorf und der Pellethersteller Konrad Keller AG, 8476 Unterstammheim zu einer interessanten Informationsveranstaltung mit gratis Pizza-Imbiss ein.

 

Die Konrad Keller AG

Ist ein alteingesessener Sägereibetrieb mit Hobel- und Leimwerk, Dämpferei, Trocknungsanlagen und Fernheizwerk am Bahnhof Stammheim. Platzprobleme mit gewissen Restholzsortimenten haben die Firma bewogen, im April diesen Jahres eine Pellets-Fabrikation aufzunehmen. So müssen Sägemehl und Hobelspäne künftig nicht mehr gratis abgegeben werden.

 

Ausstellung der Gebrüder Tobler AG

Unmittelbar neben der neuen Pelletieranlage, die natürlich auch zu besichtigen war, hatte der, nach eigenen Angaben, grösste Haustechnik-Anbieter der Schweiz seine Ausstellung verschiedener Holzheizkessel und Solarsysteme eingerichtet. Da waren Pelletsheizungen in verschiedenen Leistungsklassen ausgestellt und teilweise auch in Betrieb. Daneben wurde für eine allfällige Erzeugung des Sommer-Warmwassers das Solar-BoilerTM-System und passende Speicher präsentiert.

 

Info-Vorträge

Der erste der beiden Durchgänge von drei Kurzreferaten war auf 17 Uhr angesagt. Das mit einem Pelletofen der Firma Wodtke feudal geheizte Sägerstübli war bis auf den letzten Platz besetzt, als der Leiter des Regionalzentrums der Tobler AG die ca. 40 Interessenten begrüsste.

 

Brennstoffkunde Holzpellets

Toni Siegenthaler, Mitarbeiter der Tobler AG, erläuterte die Eckdaten des neuen Brennstoffs: Holzpellets sind europäisch genormte Presslinge von 6-8 mm Durchmesser und 10-30 mm Länge aus naturbelassenem Holz mit einem Gewicht von 650 kg pro m3.

Die 2'000 Liter Heizöl-Verbrauch eines Einfamilienhauses entsprechen in etwa 4 Tonnen Pellets (2kg Pellets = 1 Liter Heizöl).

Während die Pellets-Preise dank zunehmender Konkurrenz stabil bleiben werden, ist beim Ölpreis mit steigenden Preisen zu rechnen.

   Neu dank den Pellets ist die innovative Verbrennungstechnik:

Automatische Entaschung durch Ausblasen der Brennschale mit starkem Luftstrom und Wirbulatoren in den Rohrwärmetauschern, Rückbrandsicherung ohne Zerquetschung der Pellets, grosser Feuerungsraum ohne Flammenbrührung, d.h. kaum Russbildung, Service-freundliche Konstruktion und eine modulare Regelung, die einen Komfort-Betrieb wie bei einer Ölfeuerung ermöglicht. Sind einmal keine Pellets zur Hand kann auch mit Stückholz geheizt werden, dann allerdings ohne die automatische Regelung.

Als Brennstoffbehälter für die Pellets kommt auch ein ausgedienter Öltank in Frage, der im günstigen Fall nahe beim Pelletsofen ist. Andernfalls können die Pellets aus bis zu 15 Metern entfernten Siloräumen angesaugt werden. Dabei werden die Behälter in den Öfen 1-2 mal pro Tag zu vorbestimmten Zeiten nachgefüllt. Der Siloraum muss auf jeden Fall dicht und trocken sein. Feucht gewordene Presslinge werden hart wie Beton. Um die Pellets bei der Lieferung ab Silowagen einblasen zu können sind einerseits zwei Anschlussstutzen erforderlich: Der Einblasstutzen und der Auslassstutzen zur Verhinderung von Überdruck. Zur
Verhinderung von Schäden an den Silowänden muss

gegenüber dem Einblasstutzen eine Prallmatte aufgehängt werden. Im Gegensatz zu Stückholz- und anderen Feuerungen ist bei der Pelletheizung nicht unbedingt ein Speicher erforderlich. Eine zusätzliche Erleichterung bedeutet (im Moment noch) in der Schweiz die Befreiung kleiner Holzfeuerungen (unter 70 kW) von der Messpflicht.

 

Der umweltschonende Brennstoff Holz

Wurde vom verspätet eingetroffenen Sprecher der Holzenergie Schweiz (früher VHE), Hrn. Sorg, behandelt.

    Ein Drittel der Schweiz ist Waldfläche, aber nur 4% der Wärmeerzeugung geschieht mit Holz, während 60% der Wärme mit Öl erzeugt wird. 10% Holzwärme wären möglich ohne am Wald Raubbau zu betreiben.

   Beim Blick auf die Anlagengrössen fällt auf, dass einzig bei den Grossfeuerungen ein markanter Zuwachs zu verzeichnen ist. Einzelöfen und Zentralheizungen nehmen immer noch ab. Bei den Zentralheizungen wird sich das mit dem Aufkommen der Pelletsheizungen ändern: Waren es 1998 ein paar Dutzend Neuinstallationen, so werden für 2001 insgesamt über 500 erwartet.

 

   Was spricht für die moderne Holzheizung? Sie ist genau so komfortabel wie die anderen Heizungen. Die genau dosierte Zuluft ermöglicht eine optimale Verbrennung. Sie ist  CO2-neutral, verursacht geringe Emmissionen, setzt Schwermetalle frei.
   Der Brennstoff Holz hat eine
sehr gute Ökobilanz: Einfache Aufbereitung, kurzer Transport, geringe Risiken, wenig graue Energie, Erneuerbarkeit, keine Gewässer- und Bodenbelastung. Zudem ist Holz ein volkswirtschaftliches Plus dank Arbeitsplätzen vor Ort und der Verwertung von Sägereiresten und naturbelassenen Schreinereiabfällen.

   Natürlich sind auch gewisse Nachteile beim Holz in Kauf zu nehmen: Nox-Emmissionen usw. Gesamthaft überwiegen aber die Vorteile bei weitem die Nachteile.

   Was tut die Holzenergie Schweiz zur Förderung von Holz als Brennstoff? Mit zwei neuen Labels wird versucht, sowohl dem Holz allgemein als auch den Pellets im besonderen zum Durchbruch zu verhelfen. Die Förderprogramme des Bundes sind zwar ausgelaufen, einzelne Kantone ziehen aber nach in der Unterstützung von Neuanlagen.

 

Die Kombination von Holzheizungen und Solaranlagen

Wurde von Klaus Eckart, Produktmanager der Tobler AG im Bereich Wärmepumpen und Solaranlagen, behandelt.

   Zur separaten Warmwasser-Erzeugung während der heizfreien Periode im Sommer eignet sich ein einfaches Solarsystem, bestehend aus 6 m2 Kollektorfläche, einem kleinen Solarzellenpanel, das den Umwälzpumpenstrom für den Solarkreislauf dann liefert, wenn die Sonne scheint (= einfachste Steurung), weiter einer sogenannten Lifeline, einem 4 cm dicken Schlauch, der den Vor- und Rücklauf des Wärmeträgermediums und die Solarzellenstromkabel enthält, und die Verbindung zum Solar-Boiler, einem Wärmetauscher, der dem normalen Boiler vorgeschaltet ist.

   Im Angebot sind nebst diesem Solarsystem auch Flach- und Röhren-Kollektoren von Viessmann und fertige Pumpenmodule.


Weitere Informationen:
"Holzenergie-Bulletin" No 55 / 08.2001 zum Thema Pellets
Holzenergie Schweiz  E-Mail: info@holzenergie.ch

www.holzenergie.ch

 

Gebrüder Tobler AG, Haustechniksysteme, 8902 Urdorf

www.haustechnik.ch

 

Konrad Keller AG, Sägerei, Holz-Pellets,
keller-saegerei@smile.ch   Preisliste Keller-Pellets

 

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